Etwa eins von zehn Kindern in den westlichen Industrieländern ist von Misshandlung betroffen, belegen aktuelle Untersuchungen. Das kann weitreichende Folgen für die psychische und körperliche Entwicklung haben. Diese Faktoren untersuchen Forscher der Universitätsmedizin Leipzig unter Leitung des Psychoanalytikers Prof. Dr. Kai von Klitzing. Diese Studie erhielt gerade eine zweite Förderzusage. Den Bescheid über mehr als 2,5 Millionen Euro hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung an die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters des Universitätsklinikums Leipzig und ihren Projektpartnern übermittelt. Das Projekt trägt einen interdisziplinären Modellcharakter und führt Experten der Medizin, Mitarbeiter der Jugendhilfe und der Jugendämter sowie psychobiologische Grundlagenforscher zusammen.
Wenn Kinder unter negativen, teilweise traumatisierenden Lebensbedingungen aufwachsen, leiden sie später häufig an psychischen oder körperlichen Leiden wie Depressionen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dieses Wissen entstammt vorwiegend retrospektiven Studien, es wurden also kranke Erwachsene nach ihren Erinnerungen an ihre Kindheit befragt. Bislang gibt es kaum prospektive Langzeitstudien, die ausgehend von den aktuellen Lebensbedingungen die psychische und physische Gesundheit der Kinder untersuchen. Dies soll mit der nun bewilligten Studie anders werden.
Weitere Informationen finden Sie hier.


