Sigmund Freud

Denn die Euphorie, welche wir auf diesen Wegen zu erreichen streben, ist nichts anderes als die Stimmung einer Lebenszeit, in welcher wir unsere psychische Arbeit überhaupt mit geringem Aufwand zu bestreiten pflegten, die Stimmung unserer Kindheit, in der wir das Komische nicht kannten, des Witzes nicht fähig waren und den Humor nicht brauchten, um uns im Leben glücklich zu fühlen.

Freud S, Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten, GW VI, S. 269

Sigmund Freud

Illusionen empfehlen sich uns dadurch, daß sie Unlustgefühle ersparen und uns an ihrer Statt Befriedigungen genießen lassen. Wir müssen es dann ohne Klage hinnehmen, daß sie irgend einmal mit einem Stücke der Wirklichkeit zusammenstoßen, an dem sie zerschellen.

Freud 1915, Zeitgemäßes über Krieg und Tod, GW Bd. 10, S. 330

Sigmund Freud

Wir haben erkannt, dass die Abgrenzung der psychischen Norm von der Abnormalität wissenschaftlich nicht durchführbar i

Freud, 1940, Abriss der Psychoanalyse, GW 17, S.125 

Sigmund Freud

Den Weg zu den meist vergessenen Konfliktsituationen, die wir in der Erinnerung des Kranken wiederbeleben wollen, weisen uns die Symptome, Träume und freien Einfälle des Kranken, die wir allerdings erst deuten, übersetzen müssen.

Freud 1926, Die Frage der Laeienanalyse: Unterredungen mit einem Unparteiischen, GW Bd. XIV, S. 233

Sigmund Freud

Und endlich ist nicht zu vergessen, daß die analytische Beziehung auf Wahrheitsliebe auf die Anerkennung der Realität gegründet ist und jeden Schein und Trug ausschließt.

Freud 1937c, Die endliche und die unendliche Analyse, GW. 16, S. 94

Sigmund Freud

Ich zweifle ja nicht, daß es dem Schicksale leichter fallen müßte als mir, Ihr Leiden zu beheben: aber Sie werden sich überzeugen, daß viel damit gewonnen ist, wenn es uns gelingt, Ihr hysterisches Elend in gemeines Unglück zu verwandeln. Gegen das letztere werden Sie sich mit einem wiedergenesenen Seelenleben besser zur Wehre setzen können.

Freud, 1985d, Zur Psychotherapie der Hysterie, GW. 1, S. 312

Sigmund Freud

Die Unterscheidung des Psychischen in Bewußtes und Unbewußtes ist die Grundvoraussetzung der Psychoanalyse und gibt ihr allein die Möglichkeit, die ebenso häufigen als wichtigen pathologischen Vorgänge im Seelenleben zu verstehen, der Wissenschaft einzuordnen.

Freud, 1923b, Das Ich und das ES, GW 13, S. 239

Sigmund Freud

Die Schicksalsfrage der Menschheit scheint mir zu sein, ob und in welchem Maße es ihrer Kulturentwicklung gelingen wird, der Störung des Zusammenlebens durch den menschlichen Aggressions- und Selbstvernichtungstreib Herr zu werden.

Freud, 1930a, Das Unbehagen in der Kultur, GW 14, S. 506

Sigmund Freud

Einige Leute schauen ganz originell aus, nur wie sie selbst.

In: Unser Herz zeigt nach Süden. Reisebriefe 1895 bis 1923. Herausgegeben von Christoph Tögel unter Mitarbeit von Michel Molnar. Berlin: Aufbau-Verlag 2002,S. 225 f.

Sigmund Freud

Psychoanalyse ist der Name 1. eines Verfahrens zur Untersuchung seelischer Vorgänge, welche sonst kaum zugänglich sind; 2. einer Behandlungsmethode neurotischer Störungen, die sich auf diese Untersuchung gründet; 3. eine Reihe von psychologischen, auf solchem Wege gewonnenen Einsichten, die allmählich zu einer neuen wissenschaftlichen Disziplin zusammenwachsen.

Freud, 1923a, Psychoanalyse und Libidotheorie, GW 13, S. 221

Sigmund Freud

Man könnte von der Psychoanalyse sagen, wer ihr den kleinen Finger gibt, den hält sie schon bei der ganzen Hand.

Freud, 1916-17, Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse, GW 11, S.197

Sigmund Freud

Als die Analyse der Träume Einsicht in die unbewussten seelischen Vorgänge gab und zeigte, dass die Mechanismen, welche die pathologischen Symptome schaffen, auch im normalen Seelenleben tätig sind, wurde die Psychoanalyse zur Tiefenpsychologie und als solche der Anwendung auf die Geisteswissenschaften fähig.

1923a, Psychoanalyse und Libidotheorie, GW 13, S. 228

Sigmund Freud

Von dem, was wir unsere Psyche (Seelenleben) nennen, ist uns zweierlei bekannt, erstens das körperliche Organ und Schauplatz desselben, das Gehirn (Nervensystem), andererseits unsere Bewusstseinsakte, die unmittelbar gegeben sind und uns durch keinerlei Beschreibung näher gebracht werden können. Alles dazwischen ist uns unbekannt, eine direkte Beziehung zwischen beiden Endpunkten unseres Wissens ist nicht gegeben.

Freud, 1940a, Abriss der Psychoanalyse, GW 17, S. 67

Sigmund Freud

Die Psychoanalyse ist als Therapie entstanden, sie ist weit darüber hinausgewachsen, hat aber ihren Mutterboden nicht aufgegeben..

Freud, 1933a, Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse, GW 15, S. 163

Sigmund Freud

Ich sagte Ihnen, die Psychoanalyse begann als eine Therapie, aber nicht als Therapie wollte ich sie Ihrem Interesse empfehlen, sondern wegen ihres Wahrheitsgehalts.

Freud, 1933a, Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse, GW 15, S. 169

Sigmund Freud

Der Mensch ist sozusagen eine Art Prothesengott geworden, recht großartig, wenn er alle seine Hilfsorgane anlegt, aber sie sind nicht mit ihm verwachsen und machen ihm gelegentlich noch viel zu schaffen.

Freud, 1930a, Das Unbehagen in der Kultur, GW 14, S. 451

Sigmund Freud

Glück ist die nachträgliche Erfüllung eines prähistorischen Wunsches. Darum macht Reichtum so wenig glücklich; Geld ist kein Kinderwunsch gewesen.

Freud an Fließ am 16.1.1897; Freud/Fließ 1986, S. 320

Sigmund Freud

Ich kann mich nur selbst analysieren mit den objektiv gewonnenen Kenntnissen (wie ein Fremder), eigentliche Selbstanalyse ist unmöglich, sonst gäbe es keine Krankheit.

Freud an Fließ am 14.11.1897; Freud/Fließ 1986, S. 305

Sigmund Freud

So bleibt man immer ein Kind seiner Zeit, auch mit dem, was man für sein Eigenstes hält.

Freud an Fließ am 5.11.1897; Freud/Fließ 1986, S. 299

Sigmund Freud

Die Beschränkung in der Möglichkeit des Genusses erhöht dessen Kostbarkeit.

Freud, 1916a, Vergänglichkeit, GW 10, S. 359

Sigmund Freud

Ein Vorsatz ist ein Impuls zur Handlung, der bereits Billigung gefunden hat, dessen Ausführung aber auf einen geeigneten Zeitpunkt verschoben wurde.

Freud, 1901b, Zur Psychopathologie des Alltagslebens, GW 4, S. 168

Sigmund Freud

Es ist klar, dass beim Verlieren das Objekt bereits gegeben ist, das beim Finden erst gesucht werden muss.

Freud, 1901b, Zur Psychopathologie des Alltagslebens, GW 4, S. 232

Sigmund Freud

Der Gegensatz zu Spiel ist nicht Ernst, sondern - Wirklichkeit.

1908e, Der Dichter und das Phantasieren, GW. 7, S. 214

Sigmund Freud

Das Gespräch, in dem die psychoanalytische Behandlung besteht, verträgt keinen Zuhörer; es läßt sich nicht demonstrieren.

1916-17, Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse, GW 11, S. 10

Sigmund Freud

Alles, was die Kulturentwicklung fördert, arbeitet auch gegen den Krieg.

1933b, Warum Krieg? GW 16, S. 27

Sigmund Freud

Und endlich ist nicht zu vergessen, daß die analytische Beziehung auf Wahrheitsliebe, d.h. auf Anerkennung der Realität gegründet ist.

1937c, Die endliche und die unendliche Analyse, GW 16, S. 94

Sigmund Freud

Ein neuer Witz wirkt fast wie ein Ereignis von allgemeinem Interesse; er wird wie die neueste Siegesnachricht von dem einen dem anderen zugetragen.

1905c, Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten, GW 6, S. 13

Sigmund Freud

Im Scherz darf man bekanntlich sogar die Wahrheit sagen.

1915b, Zeitgemäßes über Krieg und Tod, GW 10, S .353