Aktuelles

online-Petition für den Erhalt des psychoanalytischen Lehrstuhls an der Goethe-Universität Frankfurt

Wir möchten Sie auf eine online-Petition der studentischen Interesseninitiative Psychoanalyse an der Frankfurter Universität aufmerksam machen:

www.openpetition.de/petition/online/forderung-fuer-den-erhalt-des-psychoanalytischen-lehrstuhls-an-der-goethe-universitaet

 

Die Petitition wird von den Studierenden wie folgt begründet:

"Der Lehrstuhl für Psychoanalyse an der Goethe Universität hat eine lange Tradition. Seit nunmehr 55 Jahren bietet er Studierenden und Promovierenden die Möglichkeit, sich innerhalb der akademisch-universitären Psychologie mit der Psychoanalyse zu befassen. Es handelt sich um einen der wenigen nicht-verhaltenstherapeutisch besetzten Lehrstühle der klinischen Psychologie in Deutschland. Gerade deshalb entscheiden sich viele psychoanalytisch interessierte Studierende für ein Psychologiestudium in Frankfurt. 

Doch der Fachbereich für Psychologie möchte die Professur in Zukunft 'verfahrensoffen' ausschreiben, was einer Umwidmung des Lehrstuhls gleichkommt und voraussichtlich zu einer Abschaffung der Abteilung für Psychoanalyse führen würde. Dies hätte weitreichende Folgen für die Lehre, Forschung und Gesundheitsversorgung in Deutschland.

Denn wird das aktuelle Vorhaben einer 'verfahrensoffenen' Ausschreibung des derzeitigen psychoanalytischen Lehrstuhls umgesetzt, so kommt es im vorgesehenen Bewerbungsverfahren zu Chancenungleichheiten unter den Bewerbenden. So orientieren sich die angelegten Kriterien für die Nachbesetzung an der Anzahl der Publikationen und der erwarteten Einwerbung von Forschungsgeldern. Daraus ergibt sich eine Vorauswahl des Bewerber*innenfeldes zugunsten von Therapieausrichtungen, deren theoretische Inhalte aus forschungsinhärenten Gründen leichter und schneller quantitativ zu untersuchen sind, etwa da Interventionen und Studien innerhalb kürzerer Zeiträume durchgeführt werden können. Eine 'verfahrensoffene' Ausschreibung bedeutet daher nicht das Ende des 'Schulenstreits', sondern lediglich seine Entscheidung zu Ungunsten psychodynamischer Verfahren und damit eine Durchsetzung einzelner Interessen. 

Daher fordern wir den Lehrstuhl erneut psychoanalytisch auszuschreiben. Dies würde den Studierenden ermöglichen, mehrere wissenschaftlich anerkannte Psychotherapieverfahren in der theoretischen Lehre sowie in der Hochschulambulanz für Forschung und Lehre unter fachkundiger Anleitung kennenzulernen, sowie die Forschungspluralität und die Gesundheitsversorgung in Deutschland sicherstellen"