Jedes Baby ist angewiesen auf emotionale Begleitung durch seine Eltern. Wenn ein Kind zu früh auf die Welt kommt, entstehen dabei besondere Herausforderungen. Die Angst um das Überleben des Frühgeborenen bestimmt die ersten Interaktionen zwischen Eltern und Kind. Das Erleben einer Frühgeburt und der anschließende Klinikaufenthalt können den Aufbau der Eltern- Kind-Beziehung erschweren. Außerdem sendet das frühgeborene Baby undeutliche und schwache Signale und überfordert dadurch oft seine Eltern beim Aufbau von Gefühlsbindungen. Die ersehnte Entlassung aus der Klinik ist daher meist von Ängsten begleitet, zumal die kontinuierliche Versorgung durch das Klinikpersonal wegfällt.

Welche Altersgruppen werden behandelt?

Säuglinge und Kleinkinder bis 2½ Jahren

Behandlungsspektrum

  • Störungen der Frühregulationen (Schrei-, Schlaf-, Ess-, Fütter- und Gedeihstörungen),
  • frühe Verhaltensauffälligkeiten mit Kontakt- und Spielstörungen
  • Psychosomatosen (Neurodermitis, Asthma bronchiale, u. a.), die einen erlebnisbedingten Hintergrund haben

Manche Kinder können ihre inneren Möglichkeiten der Selbstregulation und Selbstberuhigung (noch) nicht wirkungsvoll nutzen. Sie brauchen verstehende Erwachsene, die ihnen helfen, ihre gesunde körperliche und psychische Entwicklung zu vollziehen bzw. wieder aufzunehmen.
 

Ablauf und Arbeitsweise

Zur Psychotherapie kommen die Bezugspersonen gemeinsam mit ihrem Säugling/Kleinkind. Die analytische Arbeit besteht in der qualifizierten Beobachtung und Deutung, d.h. in der Analyse und Übersetzung von vorsprachlichem Verhalten in der Kommunikation zwischen Eltern und Kind. In besonderer Weise ist hier das psychodynamische Behandlungskonzept hilfreich und wirksam, um die Verzerrungen in der Beziehung zwischen Säugling/Kleinkind und Eltern aufzudecken, zu verstehen und zu bearbeiten.

Eine enge Zusammenarbeit mit dem Kinderarzt und einem Kinder- und Jugendpsychiater ist erforderlich, um die weitere Entwicklung diagnostisch zu begleiten und psychosomatische Symptome zu klären.

Frühgeborene

Wir haben für Eltern Hilfestellungen entwickelt, die den Kontakt und die Bindung zum frühgeborenen Kind erleichtern sollen. Unsere Angebote sind psychoanalytisch fundiert und reichen von einer kurzfristigen Krisenbewältigung bis hin zu längerer therapeutischer Begleitung. Wir verstehen unsere Unterstützung als Vorbeugung von problematischen Entwicklungen.